Artikel des Mannheimer Morgen zur Jahreshauptversammlung 2015 der Abteilung Wallstadt

Wallstadt: Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr / Ausbau oder Neubau des Gerätehauses weiter ungeklärt

Der Kommandant will aufhören 

Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge 

 

Erweiterung und Modernisierung oder Neubau? Über das weitere Schicksal des Feuerwehrgerätehauses in Wallstadt wird derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt.

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Eine Machbarkeitsstudie soll im Lauf des Jahres zeigen, ob das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Wallstadt ausgebaut und modernisiert oder an ganz anderer Stelle neu errichtet wird. Umgesetzt werden wird das Vorhaben dann aber von einem neuen Abteilungskommandanten: Heiko Sohn kündigte bei der Jahreshauptversammlung der Wallstadter Wehr an, 2016 nicht mehr zu kandidieren – nach dann 15 Jahren in diesem Amt.      

„Es ist eine Aufgabe, die an den Kräften zehrt“, begründete Sohn diesen Schritt. Die Abteilung habe nun ein Jahr Zeit, einen Nachfolger zu suchen. Er wolle weiter bei der Feuerwehr aktiv bleiben, sich aber nach langer Zeit aus der Verantwortung, die er zuvor schon als Jugendwart getragen hatte, zurückziehen. Doch zunächst gelte es, die Erweiterung oder den Neubau des Gerätehauses in die Wege zu leiten.               

„Man muss da dranbleiben wie ein Wadenbeißer“, sagte Enrico Starck, der stellvertretende Kommandant, mit Blick auf das Engagement von Heiko Sohn. Die ganzen Gespräche mit der Stadt „ziehen sich in einer Weise in die Länge, dass es für Ehrenamtliche fast untragbar ist“, kritisierte er. Dabei sei allen klar: „Hier muss etwas gemacht werden, so kann es nicht weitergehen!“

 

„Wenn wir nicht am Thema dranbleiben, wird es immer weiter rausgeschoben“, mahnte Diakon Bernhard Kohl, lange selbst aktiv in der Abteilung. Roland Schorr, der Ehrenkommandant, warnte, ein anderer Standort „wäre eine Dummheit“.

Mehr Einsätze

„Wir wissen, dass eine richtige Ausstattung und Unterkunft wichtig für die Motivation des Ehrenamtes ist“, sagte Rudi Götz, Leiter der Wache Nord der Berufsfeuerwehr und zuständig für die Betreuung der Wallstadter Wehr. Man müsse aber „prüfen, ob ein Ausbau des Gerätehauses so unmittelbar an der Wohnbebauung Sinn macht“, gab er zu bedenken. Entschieden sei das aber alles noch nicht. Götz dankte den Wallstadtern im Auftrag der Amtsleitung ausdrücklich für ihr Engagement. „Sie sind eine feste Größe im Ort, so soll das sein“, so Götz. „Wir brauchen das Ehrenamt“, die Berufsfeuerwehr alleine könne die Sicherheit nicht gewährleisten. Allerdings passiere in Wallstadt recht wenig.

Dennoch merkte Enrico Starck zufrieden an, dass die vor einem Jahr von den Wallstadtern geäußerte Kritik an zu wenigen Alarmierungen etwas genutzt habe: Von den 5639 Stunden, welche die 38 Aktiven der Wehr ehrenamtlich leisteten, entfielen neben Ausbildung, Sicherheitswachdienst, Jugendarbeit und Übungen sechs Prozent auf Einsätze. Vom Flächenbrand über Unwetter bis zur Unterstützung beim großen Zugunglück im August 2014 – an 18 Tagen gingen die Piepser, rückte wenigstens eines der vier Fahrzeuge aus. Einmal lautete das Alarmstichwort auch „Flugzeugabsturz“. „Es war aber nur ein, wenn auch großes, Modellflugzeug auf dem Acker zwischen Wallstadt und Heddesheim“, so Starck. „Wir müssen aber weiter an der Motivation arbeiten“, sagte der stellvertretende Kommandant.

Wichtig sei der Abteilung nach wie vor der Einsatz im Stadtteil zur Unterstützung anderer Vereine und die Jugendarbeit. Für die Betreuung der derzeit 13 Jugendlichen (plus fünf Schüler eines Sozialprojekts) ist neuerdings Jan Kley verantwortlich. Weil die Wallstadter Wehr insgesamt eine vorbildliche Jugendarbeit mache, kam eigens der stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwart Rouven T. Hübner, um Timo Dauenhauer, Christoph Knaub, Patrick Herschmann, Philipp Jakobi, Enrico Starck und Teresa Peccerella mit der Ehrennadel in Silber für langjähriges Engagement in der Jugendarbeit auszuzeichnen. Von der Abteilungsführung wurden für besonderes Engagement im Bereich Öffentlichkeitsarbeit Markus Martin, Steffen Langlotz und Jörg Kihm geehrt.

Große Anerkennung kam von der Politik. Janec Gumowski (SPD) für den Bezirksbeirat, Landtagsabgeordneter Wolfgang Raufelder (Grüne) sowie die Stadträte Dr. Claudia-Schöning-Kalender und Dr. Boris Weihrauch (beide SPD) dankten in Grußworten der Freiwilligen Feuerwehr und sagten zu, sich weiter für einen Aus- oder Neubau des Gerätehauses einzusetzen.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 10.04.2015

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