Viel Ärger um ausgebrannten Bungalow

VOGELSTANG: Feuerwehreinsatz in unbewohntem Haus, in dem zeitweise Obdachlose hausten und Jugendliche feierten / Hoher Sachschaden

Viel Ärger um ausgebrannten Bungalow

 

Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

Ein unbewohnter Bungalow auf der Vogelstang ist gestern Morgen komplett ausgebrannt. Verletzt wurde niemand. Doch dass wirklich keiner in den Flammen umkam, war Glück und lange unklar – oft hausen nämlich Obdachlose hier illegal, lagern und feiern Jugendliche in dem Haus. Ob das auch in der vergangenen Nacht so war, weiß man nicht.

Gegen 6.46 Uhr erreicht die Feuerwehr der Notruf. „Bei der Ankunft der ersten Kräfte stand das Haus im Vollbrand“, so Einsatzleiter Simon Berger von der Berufsfeuerwehr. Flammen schlagen überall aus den Fenstern im Erdgeschoss des weißen Bungalows im Görlitzer Weg 14, fressen sich durch das Haus. Viele Menschen, die im Berufsverkehr unterwegs sind, sehen in der Morgendämmerung eine auffallende schwarze Qualmwolke.

Berger beordert sofort Verstärkung von der Wache Mitte auf die Vogelstang, zudem Ehrenamtliche der Abteilung Wallstadt der Freiwilligen Feuerwehr. Zwei Trupps greifen unter Atemschutz die Flammen von Außen an, zwei Trupps verschaffen sich Zutritt zu dem Gebäude.

Anfangs große Sorgen

Die große Sorge von Polizei und Feuerwehr: Es könnte ja doch noch jemand im Bungalow sein, vielleicht den Brand ausgelöst haben. Mit Beilen kämpfen sich die Feuerwehrleute den Weg frei. „Die Wohnung ist total vermüllt, überall steht und liegt etwas herum“, schildert Berger die Situation. Erst nach über einer Stunde kann er Entwarnung geben: „Es war wirklich niemand mehr drin!“, atmet er auf. Bis dahin hält sich auch eine Notärztin bereit.

Die Flammen sind dann aber noch lange nicht gelöscht, schließlich findet das Feuer in dem Haus sehr viel Nahrung. Per Drehleiter spritzen die Feuerwehrleute von oben Wasser durch die teils längst durchgebrannte Decke. Mit dem Trennschleifer brechen sie zudem das Garagentor auf, denn auch dorthin haben sich die Flammen ausgebreitet. Schließlich steht da viel Hausrat, ein Fahrrad, auch ein alter gelber Benz 230 – zwar noch mit Nummernschild, aber wohl längst abgelaufenem TÜV. Eigentlich ist das hier eine sehr gute Wohngegend, der große Garten des Anwesens – wo noch Gartenmöbel und allerlei Dreck liegen – grenzt an die Wege rund um den Vogelstangsee. Neben dem Haus gibt es noch eine große, nicht eingezäunte Rasenfläche. Doch der Anfang der 1970er Jahre gebaute Bungalow steht nach Angaben von Nachbarn schon seit rund 20 Jahren leer. Früher lebte und arbeitete hier ein Steuerberater und Wirtschaftsprüfer; sein Schild hängt noch am Eingang.

Aber er ist tot, das – noch komplett eingerichtete – Haus verwaist. Die Tochter, so erzählen Nachbarn, arbeite als Juristin in Berlin. Nachdem es immer mal wieder Ärger mit hier illegal hausenden Personen gab, mehrfach die Polizei kam, habe sie im Sommer das Haus gesichert, Fenster mit Sperrholzplatten vernagelt. Sie habe es als Altersruhesitz nutzen, daher nicht vermieten oder verkaufen wollen. Aber die Sicherungsmaßnahmen waren aber offenbar vergeblich, auch danach beobachteten Nachbarn noch Fremde auf dem Grundstück. Die weiteren Ermittlungen zur Brandursache hat nun das Kriminalkommissariat in Mannheim übernommen. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf mehrere hunderttausend Euro.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 24.01.2015

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