Ehrenamtliche wollen mehr Einsätze

„Da müssen wir ran“

„Das Einsatzaufkommen ist zwischen den verschiedenen Abteilungen der Freiwilligen unterschiedlich verteilt“, räumte Karlheinz Gremm, der stellvertretende Kommandant der Mannheimer Feuerwehr, ein: „Da müssen wir noch mal nachdenken, wie wir die Wallstadter besser einbinden können“, versprach er. Zugleich gestand er zu, dass der zweite von Enrico Starck geäußerte Kritikpunkt berechtigt ist. „Da muss dringend etwas gemacht werden, das sehen wir genauso, da müssen wir ran“, bestätigte er die Klage über das zu kleine und völlig veraltete Gerätehaus der Abteilung.

Auch die Unterkunftssituation hatte Starck als „sehr demotivierend“ bezeichnet und hinzugefügt: „Man hat manchmal den Eindruck, dass wir einfach nicht gewollt werden. Die Kommunalpolitik legt Prioritäten auf Kunsthalle und Theater, dabei geht es bei uns nur um ein paar Tausend Euro“, schimpfte er.

Konkret ist jetzt von 450 000 bis 600 000 Euro die Rede. Mit Unterstützung von CDU-Bezirksbeirat und Architekt Rüdiger Löb hat die Abteilung inzwischen neue Pläne vorgelegt. Sie gehen nicht mehr von einer kompletten Aufstockung des Gerätehauses aus, weil die wegen der Statik zu teuer wäre, sondern nur von einem Anbau mit den dringend fehlenden Sanitäranlagen, Umkleidemöglichkeiten, Schulungs- und Jugendräumen. „Das muss doch drin sein, denn wenn man nichts für das Ehrenamt macht, hat man bald kein Ehrenamt mehr“, so Starck. Das bekräftigte Christian Rückold, der nicht nur Feuerwehrmann, sondern auch CDU-Bezirksbeirat ist. Er versprach, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten öffentlichen Sitzung zu setzen. Darauf drängte ebenso Diakon Bernhard Kohl: „Es ist an der Zeit, dass hier etwas passiert!“, mahnte er. Die Freiwillige Feuerwehr gehöre in den Ortskern und sei da „nicht wegzudenken“.

Gesellschaftlich engagiert

Damit sprach er einen Bereich an, den auch Karlheinz Gremm besonders hervorhob: das gesellschaftliche Engagement. „Auch das macht eine Freiwillige Feuerwehr aus“, so Gremm. Stark hatte zuvor auf zahlreiche Veranstaltungen im Ort verwiesen, die von der Abteilung ehrenamtlich unterstützt werden – von der Kerwe über die Aufstellung des Weihnachtsbaums bis zum Volksradfahren. Jonas Winkler stellte die erfolgreiche Jugendarbeit vor, von der immer mal wieder auch Mitglieder in die aktive Abteilung wechseln. „Aber um für die Jugend etwas zu machen, sind Räume und die Aufstockung nötig“, mahnte auch er.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 05.04.2013

© Mannheimer Morgen, Freitag, 05.04.2013

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