Jugend zeigt großen Einsatz

Das Martinshorn dröhnt grell durch den Vorort, als wäre es ein echter Alarm. Dabei schalten sie es nur kurz am Tor ein. Aus dem Löschfahrzeug springen auch keine Feuerwehrleute – nun ja: sie sind noch keine echten Feuerwehrleute. Mitglieder der Jugendfeuerwehr zeigten beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Wallstadt bei gleich zwei Übungen ihr Können, nur am Steuer ihres Fahrzeugs sitzt ein Aktiver.

Patrick Banze, das "Opfer", liegt tapfer auf dem Boden vor einem Bauwagen, "bewusstlos". "Ziel Nummer eins ist immer die Menschenrettung, er wird erst aus dem Gefahrenbereich gebracht", erläutert Enrico Starck, der stellvertretende Kommandant der Wallstadter Wehr, das Vorgehen des Trupps.

"Eigensicherung geht vor"

Ricardo Müller gibt als Gruppenführer die Anweisungen, Timo Jozwink und Jan Göpel bilden den Angriffs- trupp. Sie haben die Pressluftatmer zwar geschultert, aber dürfen sie natürlich noch nicht anschließen – das geht erst ab 18, nach ärztlicher Untersuchung. Aber sonst agieren die Jugendfeuerwehrleute ganz wie die großen Vorbilder. Per Seil und Beil öffnen sie die Tür des innen brennenden Bauwagens erst vorsichtig einen Spaltbreit – "Eigensicherung geht vor", betont Enrico Starck. Mit dem Strahlrohr geben sie zunächst kurze Stöße ab, um die Brandgase unschädlich zu machen, dann öffnen sie die Tür ganz und mit vollem Rohr sind die Flammen schnell gelöscht – und das zahlreiche Publikum quittiert die Aktion mit Beifall.

"Prima gemacht", lobt da Erster Bürgermeister Christian Specht. Er gehörte wie die Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Fulst-Blei und Wolfgang Raufelder sowie die Stadträte Peter Pfanz-Sponagel und Roland Weiß zu den zahlreichen Gästen, die Kommandant Heiko Sohn begrüßte – auch wenn er dazu nur kurz Zeit hatte. "Es läuft prima, der Andrang und das Interesse der Leute sind immer wieder groß", freute er sich und verwies auf die Warteschlange am Grill und am Getränkeausschank, wo die Feuerwehrleute (unterstützt von ihren Partnerinnen) Akkordarbeit leisteten. Nur während der Übungen und während des Platzkonzerts der Brass Band ließ der Ansturm an der Essensausgabe nach.

Erster Bürgermeister Specht dankte den Wallstadter Feuerwehrleuten für ihr Engagement – beim Tag der offenen Tür, aber nicht nur da. "Sie sind ganz wichtig, um unsere Berufsfeuerwehr zu unterstützen und damit das ganze Jahr die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren", betonte er. Einen besonderen Dank sprach er für die engagierte Jugendarbeit unter Leitung von Jugendwart Jonas Winkler aus.

Mitgebracht hatte Specht die Zusage, dass die Wallstadter Abteilung noch im Sommer Ersatz für ein von 1984 stammendes Löschfahrzeug und einen von 1990 stammenden Transporter erhält. Wolfgang Raufelder, der nach seinem vor drei Jahren am Gerätehaus gepflanzten Apfelbäumchen schaute, dankt ebenso für die "wertvolle Arbeit" der Freiwilligen Feuerwehr wie Diakon Bernhard Kohl. Er hob den großen ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehrleute als Nachtwache in der von Gästen bewohnten Schule während des ganzen Katholikentags hervor.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.06.2012

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