Die Chronik der FF Wallstadt von Hans Weckesser


DURCH FEUER UND WASSER

 

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wallstadt

 

1896-1996

 

 

Die Lebensgrundlagen

 

Zu den notwendigen und grundlegenden Erfordernissen im Leben des Menschen gehört neben Nahrung und Kleidung auch die Behaustheit. Die eigenen vier Wände und das schützende Dach fanden schon in der Frühzeit, als der Mensch seßhaft wurde und Ackerbau zu treiben begann, Eingang in die geordnete Lebensweise der dörflichen Gemeinschaft. Das einfache Pfostenhaus mit den geflochtenen Wänden aus Ästen und Weidenruten, die er mit dem aus Lehm und Strohhäcksel gefertigten Putz bestrich, dazu das Dachgerippe, das er mit Laubästen oder Strohbündeln deckte, bot der Familie Schutz vor der Unbill der Witterung.

 

Im Haus befand sich der aus Steinen geschichtete Herd. Hier wurde das Feuer zum Kochen der Nahrung unterhalten. Man war bedacht darauf, es nach Möglichkeit nicht ausgehen zu lassen. Doch hatte man auch darauf zu achten, daß das Feuer im Haus keinen Schaden anrichten konnte.

 

Bei alten Völkern, gleich welcher Kulturstufe sie auch angehörten, galt das Feuer als heilig. In Rom waren es die Priesterinnen der Vesta, die im eigens für sie gebauten Tempel das Feuer, die heilige Flamme, hütete. Das Feuer galt als Sinnbild der Göttlichkeit, es war die vom Himmel geschenkte, alles verzehrende Kraft, die es Tag und Nacht zu bewahren und auf ihren ureigenen Bereich, das Herdfeuer, einzudämmen galt.

 

Das Feuer als das hilfreiche und das zerstörende Element hat den Menschen von Anfang an, seit er es lernte, aus Feuersteinen den zünden­den Funken zu schlagen, in seinen Bann gezogen. Doch früh schon hat der Mensch auch geahnt, wie großer Anstrengungen es bedürfe, das Urelement in Zaun zu halten, es in seinen Bereich zu bannen und ihm keinen unkontrollierten Spielraum zu lassen.

 

Wasserfluten und Feuersbrünste haben die menschliche Gemeinschaft von Anbeginn an bedroht. Ihrer Herr zu werden, soweit dies überhaupt menschenmöglich ist, gehört schon immer zu den Bestrebungen des Menschen, der sich auf Gottes Geheiß die Erde Untertan machen soll. Eine Urerfahrung aus diesem elementaren Bereich vermittelt uns Fried­rich Schiller in seinem >Lied von der Glocke<, das vor 200 Jahren entstand, als sich das Feuerlöschwesen noch auf die einfache Handha­bung von Leder- und Holzeimern, Holzleitern und Mauerhaken sowie auf den spontanen Einsatz der gesamten Bürgerschaft im Brandfalle beschränkte.

 

Es heißt in dem bekannten Gedicht:

 

>Wohltätig ist des Feuers Macht,

Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,

Und was er bildet, was er schafft,

Das dankt er dieser Himmelskraft;

Doch furchtbar wird die Himmelskraft,

Wenn sie der Fessel sich entrafft,

Einhertritt auf der eignen Spur

Die freie Tochter der Natur.

Wehe, wenn sie losgelassen,

Wachsend ohne Widerstand

Durch die volksbelebten Gassen

Wälzt den ungeheuren Brand!

Denn die Elemente hassen

Das Gebild von Menschenhand. <

 

Der Dichter, den Mannheimern durch die Uraufführung seines Dramas >Die Räuber< am 13. Januar 1782 im alten Nationaltheater in B 3 kein Unbekannter, schildert in dieser Strophe mit viel Leidenschaft das Wesen des Feuers und das Ausgeliefertsein des Menschen an jene Gewalt – es sei denn, er versteht sie zu beherrschen, zu bannen und zu bändigen. Ein tragisches Geschick hat es gewollt, daß das Mannheimer Nationaltheater in der Nacht vom 5. auf 6. September 1943 den verheerenden Feuerstür­men des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fiel.

 

Hier war jede menschliche Hilfe, jeder Einsatz zum Scheitern verurteilt. Das Feuer zu hüten und zu bewahren heißt daher in übertragenem Sinne, den Frieden zu bewahren und die Menschheit vor einem Weltbrand zu schützen.

 

Wehret den Anfängen

 

Natürlich haben die Menschen schon immer versucht, des verheerenden Feuers Herr zu werden. Doch war einmal ein Brand ausgebrochen, mußte man ihm mit vereinten Kräften entgegentreten. Zumal bei der früher üblichen Holzbauweise der Häuser es nur allzu leicht zum Flächenbrand kommen konnte. Es waren nicht nur die inzwischen schon längst Geschichte gewordenen

großen Brände, die man als warnendes Beispiel vor Augen hatte, als man an den Aufbau eines Feuerlöschwesens ging: Erinnert sei an den unter Kaiser Nero entfachten neuntägigen Brand Roms im Jahre 64 n.Chr., bei der die Hauptstadt des Imperiums zu zwei Dritteln zerstört wurde. Das Große Feuer von 1666 hat nahezu ganz London zerstört. Ein Großbrand verwandelte 1842 einen erheblichen Teil der Hamburger Altstadt in Asche. Eingedenk solcher Katastrophen, die in manchen alten Kleinstädten und auf den Dörfern auch in Baden ihre Entsprechungen gehabt haben, ging man schon bald daran, ein wirksameres Feuerlöschwesen zu organisieren, um Schadensfeuer im Keim zu ersticken oder doch möglichst einzuengen.

Die organisierte Abwehr gegen die Gemeingefahr der Feuersbrunst ist in den Städten der Kurpfalz spätestens seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Schon gleich nach seinem Regierungsantritt erließ der 18jährige Kurfürst Carl Theodor im Jahre 1743 die >Mannheimer Feuerordnung<. Wie zuvor schon andernorts im Mittelalter üblich, waren es nun auch hier die Zünfte, die für diese der Gemeinschaft dienenden Aufgabe dank ihrer eingespiel­ten Organisation und ihrer handwerklichen Fähigkeiten sowie wegen der leichteren Rekrutierung von Wehrmännern und Hilfskräften eingesetzt werden konnten.

 

>Noch über die Wende zum 19. Jahrhundert hinaus<, schreibt Karl Stiefel in seiner umfassenden Studie zur Geschichte des Feuerschutzwesens in Baden, >hatte man in Mannheim auf der Grundlage der allgemeinen Dienstpflicht die Bevölkerung in folgender Weise zur Brandbekämpfung herangezogen: Zum Dienst an den Spritzen die Schmiede, Schlosser und Spengler, zum Dienst mit Äxten und Hämmern am Brandplatz die Maurer, zum Wasserdienst die Kubier mit Bottichen und die Bierbrauer mit Rollwa­gen und Wasserfässern, zur Mobiliarbergung die Fuhrleute, und die übrige Bevölkerung zum Dienst mit Wassereimern. <

 

Nachdem 1803 die Kurpfalz von der Landkarte verschwunden und der rechtsrheinische Gebietsteil dem Großherzogtum Baden einverleibt wor­den war, ließ der neue Landesherr Carl Friedrich die Feuerlöschverpflich­tung der Einwohner Mannheims und der anderen badischen Städte im erneuerten 6. Konstitutionsedikt, erlassen am 4. Juni 1808, festschreiben. Diese Bestimmung scheint sich so gut bewährt zu haben, daß sie im Polizeistrafgesetzbuch Badens von 1863 als noch bestehend und gültig vorausgesetzt wurde.

 

Doch blieb auch hier die Entwicklung nicht bei den lange bewährten, dann aber doch allmählich überholten Organisationsformen stehen. Statt der bürgerlichen Dienstpflicht, die ihre Nachteile in der nicht immer allzu freudig wahrgenommenen Eilfertigkeit der Einwohner im Falle eines Falles hatte, kam nun in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Prinzip der Freiwilligkeit auf hohem Niveau zur Geltung.

 

Der Pionier Carl Metz

 

Die erste Freiwillige Feuerwehr Badens entstand in der kleinen Stadt Durlach, heute ein Vorort von Karlsruhe. Der Durlacher Baumeister Christian Hengst war es, der auf Anregung von dem aus Mannheim-Feudenheim stammenden Feuerwehr-Pionier Carl Metz in dem Städtchen zu Füßen des Turmsbergs am 28. Juli 1846 die neuartigen Korps der Floriansjünger, die >Pompiers<, aus der Taufe hob. Als zehnte Stadt folgte Mannheim 1851 diesem Beispiel, Heidelberg kam erst 1857 hinzu.

 

Bald wurden überall die für die neuen Wehren typischen regelmäßigen >Exerzitien< abgehalten, bei denen die Männer lernten, im Falle eines Brandes rasch zur Stelle zu sein und dank guter Schulung zielsicher die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen. Für die damals noch kaum ein­geübte Durlacher Wehr kam am 28. Februar 1847 beim Hoftheaterbrand in Karlsruhe die erste große Bewährungsprobe.

 

Hier aber ist des eigentlichen Begründers der Freiwilligen Feuerwehr, des Kurpfälzers Carl Metz, zu gedenken, dessen erfindungsreichem Geist und dessen praktischem Sinn der große Quantensprung in der Entwicklung der neuzeitlichen Brandbekämpfung überhaupt zu verdanken ist. Er wurde 1818 in dem damals noch selbständigen Dorf Feudenhgim, der unmittel­baren Nachbargemeinde Wallstadts, als Sohn eines Rats- und Gerichts­schreibers geboren. Der Vater schickte den jungen Carl ins Mannheimer Lyceum, dem Nachfolgeinstitut des Jesuiten-Gymnasiums in A 4 an der Kalten Gasse hinter der Jesuitenkirche.

 

Einer der Mitschüler war der spätere Arzt Adolf Kußmaul. Er schildert in seinen 1899 in Stuttgart herausgekommenen >Jugenderinnerungen eines alten Arztes< eine lebensentscheidende Begebenheit für Carl Metz: >ln der Tertia erhob sich in der Pause vor der letzten Stunde des Sommerhalbjahres 1834 ein schon älterer, 15jähriger Schüler von kräftigem Gesichtsausdruck und nahm von uns Abschied mit den Worten: „Lebt wohl und bleibt bei eurem dummen Latein! Ich weiß Besseres und werde Schlosser". Er strahlte von Zuversicht. Der junge Mensch hieß Carl Metz…<

 

Er absolvierte darauf bei einem Mannheimer Schlosser seine Lehre. Anschließend volontierte er in Zweibrücken bei der angesehenen Maschi­nenfabrik Dingler und erwarb sich 1840 beim Bau der Eisenbahnlinie durch das Elsaß praktische Kenntnisse auf diesem Spezialgebiet. Er muß ein ungemein praktisch veranlagter und zielstrebiger Mensch gewesen sein. Kaum war am 12. September 1840 als erste badische Eisenbahn die Strecke zwischen Heidelberg und Mannheim eröffnet worden, sehen wir 1841 schon den kaum 23jährigen Metz als Meister der Heidelberger Stationswerkstätte der Badischen Staatsbahn tätig werden. Die Eisenbahn hatte damals noch viele Kinderkrankheiten, und auf die tüchtigen Werk­meister und ihre Gesellen kam es an, wie rasch ein Schaden behoben oder eine eben ersonnene Verbesserung in die Tat umgesetzt war.

Wiederum ein Jahr später öffnete der oben erwähnte Großbrand von 1842 in der Altstadt Hamburgs die Augen des Werkmeisters Carl Metz für die noch immer erschreckend unterentwickelte' Feuerlöschtechnik. In Ham­burg hatte es über hundert Tote bei der Brandkatastrophe gegeben, 33000 Menschen standen obdachlos da, nachdem mehr als 2000 Häuser ver­nichtet worden waren. Metz mag auch den Funkenflug, der von den Lokomotiven ausging und im engen Bahnhofsgelände in Heidelberg (heute steht dort der Mengler-Bau) beobachtet und als Gefahrenquelle erster Ordnung eingestuft haben. Vor allem aber wird er mit dem Hambur­ger Spritzenmeister Adolph Repsold Mitleid gehabt haben, dem man die Schuld am Versagen bei der Brandbekämpfung in die Schuhe geschoben hatte.

In seinen Überlegungen setzte Carl Metz bei den Geräten an. Sie vor allem mußten wirkungsvoll verbessert und aufeinander abgestimmt wer­den. Löschen und retten – darauf legte er gesteigerten Wert. Und es mußte beim gezielten Einsatz schnell gehen.

Schon sechs Monate nach dem Hamburger Brand gründete der eben noch bei der Bahn tätige Werkmeister mit Hilfe seines künftigen Schwiegerva­ters in der Heidelberger Altstadt seine erste Fabrik zur Herstellung von >Lösch- und Rettungsgerätschaften<. Er baute leichte, schnell an den Ort des Geschehens zu transportierende Spritzen. Er ersann die nach ihm benannten und etwa hundert Jahre lang gebräuchlichen Norm-Schlauch-Kupplungen, das >Metz-Gewinde<, das ein Zusammensetzen der Schläu­che im Handumdrehen ermöglichte.

Vor allem aber kam es Carl Metz auf die beste Schulung der in den freiwilligen Feuerlöschvereinen angemeldeten Männer und ihre körperli­che Fitness an. Wer sich zur >Freiwilligen Feuerwehr< meldete – den Begriff hat er selbst geprägt – mußte sich auch in Leibesübungen bewäh­ren. Es war dies bekanntlich die Zeit des Turnvaters Jahn und der demokratischen Bewegung in deutschen Landen.

Im selben Jahr, als Carl Metz, inzwischen also schon bekannt als Begrün­der den neuzeitlichen Feuerwehrwesens, in Durlach beim Aufbau der ersten Freiwilligen Feuerwehr half, entstand in Mannheim der Turn- und Sportverein von 1846. Der erste Turnlehrer des Vereins war auch ein Metz. Doch stammte dieser, wegen seiner Haarfarbe und seiner demo­kratischen Gesinnung der >rote Metz< genannte Namensvetter, aus Leipzig und war auf die Vornamen Franz Wilhelm getauft und weder verwandt noch verschwägert mit dem gleichfalls dem Turn- und Spor­tideal nicht abgeneigten Carl. Doch die vaterländische Gesinnung des letzteren äußerte sich mehr im Bewahren: Unter Lebensgefahr hat Carl Metz aus Feudenheim in der Revolution von 1848/49 an der Alten Heidelberger Neckarbrücke eine Sprengladung beseitigt.

Seine Fabrik in Heidelberg produzierte bald nur noch Feuerlöschgeräte. Carl Metz wurde ein wohlhabender Unternehmer, der es sich leisten konnte, wie einige wenige andere Zeitgenossen Altertümer und Kunst­werke zu sammeln. Er trug so viel Wertvolles zusammen, daß er 1868 den Gedanken in die Tat umsetzen konnte, auf dem Hausacker an der Schlierbacher Landstraße sein eigenes Museum mit dem Namen „Kunst-und Altertumssammlung Hausacker" zu eröffnen.

Dieses Museum enthielt neben alten Waffen auch prächtige Rüstungen. Das wohl kostbarste Exponat dürfte die außergewöhnlich selten zu erwer­bende wertvolle venezianische Rüstung des Dogen, des politischen Ober­hauptes der Lagunenstadt Venedig, gewesen sein. Diese Rüstung war übersät mit Gravierungen und Einlagen. Zur Sammlung gehörten Schilde, Hellebarden, Morgensterne, Münzen, Skulpturen und Glasmalereien.

Obwohl Carl Metz bis zu seinem Tod – er starb 1877 in Heidelberg – die Sammlung noch ständig ergänzte, lehnte es die Stadt Heidelberg 1878 ab, sie anzukaufen. So wurde diese einzigartige, wenngleich bunt ge­mischte Sammlung versteigert, wobei fast alles an auswärtige Sammler und Kunstliebhaber ging. Erst nach dem Tod des letzten männlichen Nachkommen von Carl Metz gelangten bei der Auflösung des Nachlasses Gemälde, zumeist Porträts von Persönlichkeiten des ältesten Heidelber­ger Bürgertums, aber auch andere Genres, als Stiftung an das Kurpfälzi­sche Museum in der Hauptstraße.

Die Heidelberger Stammfabrik von Carl Metz, dem überragenden Pionier der Freiwilligen Feuerwehr, ging an ein Karlsruher Unternehmen über. In ihren fortentwickelten Produkten lebt noch heute sein Name als bewährtes Markenzeichen fort.

Während in Heidelberg am Aufgang zum Schloß ein Denkmal an Carl Metz als dem Pionier der Freiwilligen Feuerwehr erinnert, haben die Frewilligen Feuerwehren überall in deutschen Landen und ganz besonders im Umkreis von Mannheim das Andenken dieses tüchtigen Pionier des Feuerlösch- und Rettungswesens durch Wort und Tat gepflegt. So haben sie auch die Berechtigung dazu, sich auf ihn zu berufen und ihr langjähri­ges Bestehen seiner Tatkraft, aber auch ihrem eigenen unermüdlichen Einsatz und Eifer im Dienste des Nächsten nach dem schönen Wahlspruch

„Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr,,

zuzuschreiben. Ohne die Freiwilligen Feuerwehren in den einzelnen Gemeinden wäre es in der Tat um die Bekämpfung des Schadensfeuers schlecht bestellt.

Zwischen den Feuern

Bereits im Jahre 1881 bestanden im Großherzogtum Baden 337 Feuer­wehren. Alle Freiwilligen Feuerwehren waren auf den Grundlagen des Vereinsrechts aufgebaut, wodurch ihre Selbständigkeit und Unabhängig­keit gegenüber hoheitlichen Gewalten gewahrt werden konnte. Diese Einbindung ins Vereinsrecht hat sich bis heute voll bewährt.

Als erste Großstadt im damaligen Land Baden hat Mannheim im Jahre 1891 eine Berufsfeuerwehr ins Leben gerufen. Die bereits weit über den eingeebneten Festungsring der Innenstadt hinausstrebende Großstadt bedurfte nun einer in ständiger Bereitschaft stehenden Wehr. Im Sommer 1891 war daher im Kaufhaus in N 1, damals noch Sitz des Landeskom­missärs, des Bezirksamts, des Bezirksrats und der Kreisversammlung sowie des großherzoglichen Distrikt-Commandos der Gendarmerie, die nunmehr hauptberufliche Feuerwehr eingesetzt worden. Sie war mit Handpumpen und bespannten Pferdewagen für die Leitern und anderes Gerät ausgerüstet. In N 1 befand sich auch der große Gerichtssaal, in dem die Revolutionäre von 1848/49 vor ihrem Richter standen. Die Stadt Mannheim kaufte 1899 im Tausch mit dem Quadrat L 6 das Alte Kaufhaus vom Land, renovierte es gründlich und baute anstelle des Gerichtssaals einen Ratssaal ein. Erst 1910 wurde das Alte Kaufhaus offiziell als Rathaus in Betrieb genommen.

Wie früh die Mannheimer die Notwendigkeit einer stehenden Berufsfeuer­wehr erkannt haben, zeigt sich schon im Vergleich mit der Entstehung anderer badischer Berufsfeuerwehren: Karlsruhe gründete 1926 seine berufliche Feuerwehrtruppe, Freiburg und Heidelberg stiegen gar erst 1945 in die einer Großstadt angemessenere Organisationsform ein.

Um zu zeigen, daß die Leistungsfähigkeit einer Feuerwehr auch vom Zugang zum Wasser abhängig ist, sei hier an die große Feuersbrunst im Mannheimer Hafen von 1868 erinnert.

Der Mannheimer Stadthistoriker Friedrich Walter berichtet: „Am 30. Mai dieses Jahres (1868) brach in dem zollärarischen Lagerhause B 7,3 und 4 ein riesiges Feuer aus, das sich bei der großen Menge leicht brennbarer und feuergefährlicher Waren wie Baumwolle, Harz und Öl, die dort gela­gert waren, mit furchtbarer Geschwindigkeit ausbreitete und auch auf die Nachbarhäuser, darunter das Magazin der Speditionsfirma Paul Eichner, übergriff."

„Die Löschtätigkeit", so schildert Friedrich Walter, „war sehr erschwert, weil man den Gebäuden von der Rückseite, wo nur eine (schmale) Gartengasse vorüberführte, schlecht beikommen konnte." Zudem war der Schlauchweg zu lang. Die Feuerwehren von Ludwigshafen, Heidelberg, Feudenheim, Wallstadt (also noch vor Gründung der FFW), Käfertal, Neckarau und Mundenheim unterstützten die einheimische Mannschaft, der es nur unter größter Anstrengung gelang, des verheerenden Elementes Herr zu werden.

Wochenlang glimmte das Feuer fort, und noch im Dezember 1868 soll den Arbeitern beim Aufräumen des Schutts Rauch entgegengeschlagen sein. Der Schaden war enorm. Waren, Gebäude und Mobiliar im Wert von zusammen 815 000 Gulden, nach heutigen Wert etwa 8.000.000 Mark, wurden damals vernichtet.

Beim Hafenbrand von 1868 hatte sich gezeigt, daß die aktive Mannschaft der Mannheimer Feuerwehr bei der zunehmenden Ausdehnung und der intensiveren Bebauung der Stadt den erhöhten Ansprüchen nicht völlig gewachsen war. Es wurde deshalb die Zahl der Pompiers und der Retter in jeder Kompanie vermehrt und die Vorschriften für die Hilfsbereitschaft der Reserve_ revidiert. Die Organisation der Hilfsmannschaft übertrug der Gemeindera't dem Turnlehrer Daniel Brehm, dem Nachfolger des „roten" Metz aus Leipzig beim TSV von 1846.

In den fast drei Jahrzehnten, die zwischen dem großen Hafenspeicher­brand von 1868 bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wallstadt im Jahre 1896 vergingen, gab es mehrere große Schadensfeuer in Mann­heim. Genannt seien diese Fälle:

1. Juni 1876 der zweite Brand innerhalb eines Jahres in der Pechfabrik

von Propfe, 15. Juli 1884 das Großfeuer in der Werfthalle l am Rhein und das

zweimalige Großfeuer bei der Firma Lanz am 15. Februar und 30. Juni 1892.

Das Erlebnis solch immenser Schadensfeuer in Friedenszeiten führte seitens des Staates und der Kommune immer wieder zur Überprüfung und Modernisierung sowohl der gesetzlichen Bestimmungen als auch der Wehren selbst. Schon in der Gemeindeordnung von 1829 fanden in Mannheim die im Druck erschienenen „Feuerlöschordnungen" Erwäh­nung. Mehrmals bis heute wurden diese Bestimmungen entsprechend dem Fortschritt neu gefaßt. Noch im vorigen Jahrhundert wurde auch kleineren Gemeinden die Rekrutierung einer Freiwilligen Feuerwehr zur Auflage gemacht.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wallstadt

So konnte auch die damals noch selbständige Gemeinde Wallstadt nicht länger zuwarten, obwohl sie schon über einige im Brandfall freiwillig einsatzbereite Männer verfügte, wie es der Mannheimer Hafenbrand von 1868 belegt.

Die Gründungsurkunde hat sich erhalten. Sie datiert vom 28. November 1896 und stellt ein wertvolles Zeugnis der Ortsgeschichte und der Feuerwehr-Chronik dar. Sie hat folgenden Wortlaut:

„Vorstehende Mitglieder, welche sich auf die Dauer von drei Jahren durch eigenhändige Unterschrift verbindlich gemacht haben, zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr, haben durch geheime Abstimmung als Kommandant Martin Schorr gewählt, welcher die nöthigen Schritte der Genehmigung zu besorgen hat und den Mitgliedern die weitere Anleitung hierzu gibt."

Diese Wahl ist nur bis zur Generalversammlung gültig. Als >provisorig< wurde zum Verwaltungsrath noch gewählt Georg Rudolph und Konrad Hildheimer"

Die weiteren Schritte, die nun zur Erreichung des vor hundert Jahren gesteckten Zieles unternommen wurden, sind in der alten Chronik aufgeli­stet und bieten ein anschauliches Bild, wie eine kleine Gemeinde vom Zuschnitt des nur tausend Einwohner zählenden Wallstadt um die Erfül­lung dieser Aufgabe ringen mußte.

Schon kurz nach der Gründungsversammlung standen dem provisorisch an die Spitze der jungen Wehr gestellten Kommandanten nicht weniger als 58 Männer zur Seite, die sich als freiwillige Feuerwehrleute engagieren wollten. Man berief daher schon am 17. Januar 1897 eine Generalver­sammlung ein. An ihr beteiligten sich 38 Männer, die nun einstimmig Martin Schorr auf sechs Jahre im Amt des Kommandanten verpflichteten.

Auch die ersten Inhaber der weiteren Ämter sind noch heute dank alter Aufzeichnungen bekannt. So wurde als Hauptmann Georg Rudolph mit 31 Stimmen gewählt, sein Stellvertreter wurde Johann Schorr. Zum Spritzenmeister bestellte die Versammlung Adolf Will. Vertrauensmänner wurden Georg Schubert IM, Christof Strubel IM, Adam Büchler II und Daniel Schuster. Danach wurden Abteilungen aufgestellt, die in Spritzenmann­schaften und Steiger einzuteilen waren.

Der Verwaltungsrat faßte nun den Beschluß, die Uniformen zu beschaf­fen. Man erteilte dem Schneidermeister Geisinger aus Heddesheim den Auftrag, die benötigten Feuerwehrröcke zu zwölf Reichsmark das Stück anzufertigen. Beim wohlhabenden Krone-Wirt Adolf Rudolph wurde daher ein Darlehen über 325 Mark aufgenommen, das mit fünf Prozent zu verzinsen war. Auch mußten nun die dringend benötigten Feuerwehrge­räte angeschafft werden.

Wie bewältigte die Gemeinde diese finanzielle Aufgabe ? Man wählte zwecks Weckung der Solidarität ein bewährtes Mittel: Ein Stiftungsfest wurde anberaumt. Im Gasthaus zur Rose ging es am 2. Mai 1897 und somit am Sonntag „Misericordia Domini" („Das Erbarmen des Herrn") über die Bühne. Viele Familien nahmen daran freudig teil, weil sie die Dringlichkeit der Anschaffung von Feuerwehrgeräten im eigenen Interesse erkannt hatten.

Da nun also beim Stiftungsfest von den anerkannt gebefreudigen Wall-stadter Bürgern einiges Geld in die Feuerwehrkasse gespendet worden war, forderte man sofort den Preiskatalog von Magirus in Ulm (und nicht bei der Firma Metz) an. Danach wurden eine zwölf Meter hohe Anstell-Leiter, zwei Steigleitern, eine Schlauchhaspel, ein Transportwagen für die offenbar schon vorhandene Handfeuerspritze sowie zwölf Feuereimer aus Leder angeschafft.

Leider mußte Martin Schorr, der Gründungskommandant der Wallstadter Freiwilligen Feuerwehr, schon bald aus Krankheitsgründen zurücktreten. An seiner Stelle wurde im Jahre 1902 Spritzenmeister Adolf Will von der Mannschaft als Kommandant vorgeschlagen und auch einstimmig ge­wählt.

In einer von Albert Krastel, dem wohl langjährigsten Mitglied der Wall-stadter Wehr, zusammengestellten Kurzchronik wird von den ersten Bewährungsproben berichtet, die nun die Männer um Adolf Will zu bestehen hatten. So brach am 29. Mai 1906 um 12 Uhr Mittag bei dem Maurer Peter Fertig ein Brand in der Scheune aus. Feueralarm wurde durch die Rathausglocke gegeben. Obwohl die Wehrleute sofort zur Brandstelle eilten, konnte nur noch das angebaute Wohnhaus gerettet werden. Also doch ein Erfolg, der zählte. Zur Sicherheit wurden noch vier Mann als Brandwache aufgestellt. Die Brandursache fand man übrigens nicht heraus. Das nächste Feuer, am 10. Januar 1908 gemeldet, betraf wieder eine Scheune. Laut Protokoll brach der Brand zwischen 12 und 13 Uhr bei Karl Becker neben der evangelischen Kirche in der Mosbacher Straße, damals Hauptstraße, aus. Da sich Hauptmann Weller gerade in der Nähe befand und sofort die Feuerglocke läutete, war auch am Brandort rasch alles Menschenmögliche getan.

Den letzten Scheunenbrand aus der Frühzeit der Wallstadter Wehr bekun­den die Aufzeichnungen am 5. Mai 1912 bei Landwirt Johann Krämer in der Hauptstraße, heute Mosbacher Straße. Die zu ihr parallel verlaufende Wormser Straße wurde die Römerstraße.

Doch gibt es auch Freudigeres als nur Brände zu vermelden. So wird am 19. September 1908, einem Montag, über Festlichkeiten berichtet, bei denen von einem durch den Ort marschierenden Festzug mit Musikka­pelle die Rede ist. Aber an einem Montag? Abends wurden dann sogar noch zwei Bälle abgehalten, bei denen in den Gasthäusern „Zur Krone" und „Zum Pflug" die heute ungewöhnlich anmutende Ehrung der Zwölfjäh­rigen vorgenommen wurde.

Dies erinnert an die damals und noch bis 1939 beim Militär übliche zwölfjährige Dienstzeit, einer Alternative zwischen zweijähriger Wehr­pflicht und dem Berufssoldaten auf Lebenszeit. Die „Zwölfender" hatten hatten nach Ablauf ihrer Verpflichtung Anspruch auf Berufsbeförderung, vor allem auf Übernahme in den Vorbereitungsdienst einer Beamtenlauf­bahn. Die Ehrung der „Zwölfjährigen" Feuerwehrmänner zeigt also an, wie wichtig man ihre freiwillige Dienstleistung für die Bürgerschaft nahm. Daher ließ auch der Gesangverein Sängerkreis Wallstadt seine Lieder erklingen. Die Geehrten waren Feuerwehrmänner der vielzitierten ersten Stunde, die also seit 1896 freiwillig ihrem Verein die Treue gehalten und ihre Pflicht ausgeübt hatten.

In den vier Jahren des Ersten Weltkrieges konnten von 1914 bis 1918 nur drei Übungen der Wallstadter Wehr abgehalten werden. Dies lag jedoch nicht an mangelndem Eifer. Vielmehr trugen inzwischen zwanzig Feuer­wehrmänner die Soldatenuniform und standen im Feld. Zwei von ihnen kehrten nicht mehr heim: Valentin Walter fiel in Rußland, Andreas König im Westen.

Noch während des Krieges konnten am 24. Juni 1917 zum ersten Mal in Wallstadt an zwölf unserer Wehrmänner, die 20 Jahre gedient hatten, die Verdienstmedaille überreicht werden.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges mußte die Freiwillige Feuerwehr Wallstadt völlig neu aufgebaut und organisiert werden. Zu viele ihrer Männer, die als Soldaten gekämpft hatten, konnten nun nicht mehr für diesen zivilen Dienst belangt und eingesetzt werden. Eine Feuerwehr muß ständig auf gesunden, kräftigen und leistungsfähigen Nachwuchs achten. Nur so ist es möglich, den beim Ernstfall zu erwartenden Anforderungen gerecht zu werden.

Dies zeigt sich bei allen Bränden, die gemeldet werden, auch wenn deren Ausmaß zunächst nur ungenau umrissen werden kann. Zwei Brände kleineren Umfangs, die sich sehr wohl zu größeren Schadensfeuern hätten ausweiten können, sind aus dem Jahre 1920 bekannt. So war am 17. Oktober in der Sakristei der alten katholischen St.Oswald-Kapelle an der Ecke der heutigen Mosbacher-/ Oswaldstraße ein Brand ausgebro­chen. Zwei rasch eintreffenden Wehrmännern gelang es, das Feuer zu löschen, bevor es größeren Schaden anrichten konnte. 1970 wurde die 1767 mit Stiftungsgeldern der Proviantmeister-Witwe Maria Amalia Schorr geb. Weiß errichtete Kapelle, die 1921 profaniert, verkauft und zu Wohn- und Geschäftszwecken umgebaut worden war, dann doch abge­brochen. Einzig das kleine Portal an der Rückseite des Privathauses erinnert noch an den Sakralbau.

Der zweite Brand betraf das 1838 nach Plänen des Mannheimer Bauin­spektors Johann Friedrich Dyckerhoff errichtete Rathaus der Gemeinde Wallstadt. Hier war am 12. Dezember 1920 im Speicher ein Feuer ausgebrochen. Nur durch das schnelle Eingreifen der Freiwilligen Feuer­wehr gelang es, auch dieser Flammen Herr zu werden. Nicht auszuden­ken, wenn das heute unter Denkmalschutz stehende historische Bauwerk abgebrannt wäre.

Nach einem Vierteljahrhundert währenden Dienst zum Wohle des Näch­sten legte Adolf Will sein Amt als Kommandant drei Jahre nach den beschriebenen, noch glimpflich verlaufenen Brandfällen nieder. Sein Nachfolger wurde der Landwirt und Schreinermeister Adam Troppmann, bekannt auch als >Rendant< der Agentur der Sparkasse Mannheim, die aus den Fächern seines Vertikos in der Wohnstube bestand. Troppmann, während des Ersten Weltkriegs im Landsturm als Feldwebel und Ausbilder in der Kaiser-Wilhelm-Kaserne (seit 1945 Turley-Barracks) in Neckarstadt-Ost aktiv, ging mit dem Uznamen „Wie haaßt er ?" in die Dorfgeschichte ein, weil er mit dieser altertümlichen Anrede seine Rekru­ten nach ihrem Namen zu fragen pflegte. Er also wurde im November 1923 zum neuen Kommandanten gewählt, brachte die Wallstadter Wehr wieder auf volle Stärke und trainierte die jungen Männer selbst ein. In seiner Amtszeit wurde ein neuer Schlauchwagen angeschafft und neue Hakenleitern. Ganz stolz waren die Wehrmänner jedoch auf die neuen weißen Hosen mit den roten Biesen, in denen sie so schmuck aussahen.

Und wiederum ist von zwei Bränden zu berichten, die in der Gemeinde für Aufregung sorgten. So brach am 31. August 1926, einem Dienstag, abends um 21.15 Uhr an einem stets gefährdeten Ort, in einem Kohlenla­ger, jenem von August Schmitt am Wasserturm ein Schadensfeuer aus. Wie das Protokoll meldet, fanden die Flammen reichlich Nahrung am Nebengebäude, in dem neben einer Druckmaschine noch Papier gelagert war. Alles fiel den Flammen zum Opfer.

Der zweite Brand geschah im Jahre 1929. Leider kennt man nur die Uhrzeit, das genaue Datum hingegen läßt sich nicht mehr feststellen. Willi Menz, gebürtiger Wallstadter und früherer Mannheimer Polizeipräsi­dent, erinnert sich noch lebhaft an diesen Fall. Er berichtet, morgens um 7.15 Uhr stand die Scheune des Gemeindehauses in der damaligen Hauptstraße in hellen Flammen. Sie stand an der Stelle, wo von der heutigen Mosbacher Straße die Osterburker Straße abzweigt.

Von seiner Mutter im gegenüberliegenden Elternhaus geweckt, beobach­tete der damals sechsjährige Willi Menz, auf einem Stuhl am Fenster stehend, stundenlang das Großfeuer und den Einsatz der Männer. Ganz genau weiß er noch heute, wie Feuerwehrkommandant Adam Troppmann aus der Nachbarschaft als einer der ersten zum Brandort eilte, über die Schaffhose rasch den Uniformrock gezogen und mit noch leicht schräg sitzendem Helm den Löschangriff einleitete. Vor allem galt es, das noch lebende Vieh zu retten.

Auch welche sozialen Auswirkungen dieser Scheunenbrand hatte, kann Willi Menz noch aus eigener Erinnerung schildern. In dem gemeindeeige­nen Anwesen wohnte nämlich die kinderreiche Familie Barth. Sie betreute mit einem leistungsfähigen Bock im Stall die Körstation für Ziegen und war somit Ziel der in vielen Haushalten gehaltenen Geißen. Bei bestimm­ten Wetterlagen diente allein schon die kräftige Duftmarke des Bockes als Orientierung.

Die in Armut lebende Familie verlor nun bei dem Brand ihr Zuhause und mußte anderweitig untergebracht werden, von der Gemeinde und den Mitbürgern unterstützt. Auch die rasch eingetroffene Berufsfeuerwehr aus der Hauptfeuerwache am nördlichen Neckarufer, heute das Kulturzentrum Alte Feuerwache, konnte nur noch das Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser verhindern.

Daß der kindliche Beobachter am Fenster seines Elternhauses Jahrzehnte später mit der Berufung zum Polizeipräsidenten der Stadt Mannheim auch Dezernent für die Stadtfeuerwehr und den Katastrophenschutz wurde, sodann im beruflichen Ruhestand, nunmehr als Stadtrat, zum gemeinde-rätlichen Pfleger die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr zu betreuen hatte, konnte er freilich damals bei diesem prägenden Kindheitserlebnis keineswegs ahnen. Erstmals war bei diesem Brand die Mannheimer Berufsfeuerwehr eingesetzt, womit auch das Datum des Brandes aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vor dem 1. Juli 1929 liegen kann. Denn inzwischen war nämlich eine gravierende Änderung im Dasein der Wallstadter eingetreten. Die im Jahre 766 n. Chr. im Lorscher Codex erstmals erwähnte, im 8. Jahrhun­dert als Ober- und Unterwallstadt bezeichnete Siedlung hatte als kleines Dorf im Schatten der Großstadt ihren Bestand als selbständige Gemeinde aufgegeben.

Mit Wirkung vom 1. Juli 1929 nach Mannheim eingemeindet, gehörte Wallstadt mit seiner 674 Hektar großen Gemarkung nun zur Stadt Mann­heim. Laut Eingemeindungsvertrag wurde Wallstadt zu einem auch künf­tig reinen Wohnort ohne Ansiedlung von Industrie erklärt. Das in den achtziger Jahren ausgebaute Siedlungsgebiet im Südwesten und das im April 1996 mit der Umlegung begonnnene Ökologisch orientierte Neubau­gebiet im Norden läßt die einst als >Maurerdorf< bezeichnete Gemeinde, trotz der damals beachtlichen Landwirtschaft, zu einem gesuchten Wohn­ort im ländlichen Osten der auf 14 Quadratkilometern ausgedehnten Großstadt Mannheim werden.

Kommandant Adam Troppmann, der die Leitung im November 1923 übernommen hatte, trug die damit verbundene Verantwortung bis Novem­ber 1936. Sein Nachfolger wurde, man achte auf den neuen Titel, Löschzugführer Fritz Müller. In heller Vorahnung des kommenden Unheils wurde auch die Wallstadter Freiwillige Feuerwehr mit modernen Geräten ausgestattet, die Männer einer Ausbildung in bislang nicht bekannter Perfektion und Härte unterzogen. So wurde auch die Wallstadter Freiwil­lige Feuerwehr zu einem Garanten der Brandbekämpfung.

Die Männer wurden bei den 151 Luftangriffen auf Mannheim, während der Bomben- und Brandnächte des Zweiten Weltkrieges, bei vielen Einsätzen nicht nur großen Belastungen ausgesetzt, sie haben sich auch mannhaft bewährt. Immer häufiger wurden sie, seit Mai 1943 vollmotorisiert, zu stundenlangen Löschfällen in die Innenstadt oder in andere Stadtteile beordert.

So auch in der Bombennacht vom 5. auf den 6. September 1943, in der dann die katholische Christkönigkirche in Wallstadt von Brandbomben schwer getroffen wurde und nahezu ganz ausbrannte. Eine Handvoll der im Vorort zurückgebliebenen Feuerwehrleute und einige beherzte Frauen und Männer, voran Stadtpfarrer Anton Kunz, konnten wenigstens die Sakramentalien, also die bei liturgischen Feiern benötigten geweihten Geräte, und eine Anzahl von Bänken retten und ins Freie schaffen. Leider nicht die fest eingebaute Orgel. Der damals 20jährige Willi Menz war gerade auf Fronturlaub von Rußland zuhause und mit seinem Vater an den Brandort geeilt. Noch heute, nach mehr als 50 Jahren, erinnert er sich des verzweifelten Geistlichen Anton Kunz und des aussichtslosen Kampfes wider des Geschickes Mächte.

Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 – in Mannheim hörten die Kampftä­tigkeiten und vor allem die Luftangriffe schon Ende März 1945 auf -konnten die Männer der Feuerwehren endlich aufatmen. Auch wenn es nun bei der Niederlegung einsturzbedrohter Häuser und bei vielen ande­ren Gelegenheiten Einsätze gab, um der notleidenden und durch man­cherlei Gefahren bedrohten Bevölkerung der schwer darniederliegenden Stadt Hilfe zu leisten. Auch diese Einsätze im Dienste des Friedens sind ein Ruhmesblatt für die Männer der Freiwilligen Feuerwehren in Stadt und Land.

Der am 15. September 1945 berufene neue Leiter der Berufsfeuerwehr Mannheim, Branddirektor Dr.-lng. Gert Magnus, übertrug nun dem Lösch­meister Adam Jakobi das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Wall­stadt. Doch schon ein Jahr später übernahm wieder Oberbrandmeister Fritz Müller, auf Drängen des Hauptbrandmeisters Hans Salzer, die Führung unter anderen, demokratischen Vorzeichen.

Wieder war ein völliger Neuaufbau der Wehr nötig, wieder mußten Mannschaften neu aufgestellt und eingeübt, mußte leistungsfähiges Gerät angeschafft werden. Dies war, wie man sich vorstellen kann, in Zeiten des allgemeinen Mangels nicht leicht für die schwer darniederliegende Stadt. Als erstes Fahrzeug übernahm die Wallstadter Wehr das ihr von der Branddirektion Mannheim zugeteilte Lf 8. Hinter dieser bei Feuerwehr­männern gängigen Abkürzung verbirgt sich ein Löschfahrzeug mit einer Pumpenleistung von 800 Litern pro Minute. Eine respektable Sache also für damalige Zeiten. Und es wurde ein nach den allerneuesten Erfahrun­gen ausgebildeter Viehrettungstrupp aufgestellt. Seine Übungen fanden natürlich viel Interesse bei der Wallstadter Bevölkerung.

Fritz Müller trat nach 44jähriger aufopfernder Tätigkeit 1965 vom aktiven Feuerwehrdienst zurück und rückte in die Altersmannschaft ein, der er noch lange angehörte. Aufgrund seiner Leistungen und Verdienste wurde ihm eine der höchsten Auszeichnungen, das Ehrenkreuz in Silber, des Deutschen Feuerwehrverbandes verliehen.

Die sechziger Jahre waren durch zwei bedeutsame Ereignisse gekenn­zeichnet. Genau zur Mitte des Jahrzehnts, am 14. März 1965, übernahm Albert Krastel die Leitung der Wallstadter Wehr, die damals 16 aktive Feuerwehrkameraden zählte. Ganz besonders stolz waren diese Männer auf ihr neues Gerätehaus an der Klingenberger Straße, heute Mudauer Ring, das während Krastels Amtszeit erbaut wurde. Der unvergessene „Wallstadter" Stadtrat Korbinian Heckl, viele Jahre Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion und einer der maßgebenden Kommunalpolitiker der Stadt, aber auch der damalige Branddirektor Dr.-lng. Gert Magnus haben sich unermüdlich für den Neubau eingesetzt.

Dieser schmucke Bau bot nun einigen technischen und sanitären Komfort, man konnte zudem die Fahrzeuge besser unterstellen und leichterwarten, Werkzeuge und Geräte ließen sich übersichtlicher aufbewahren, ihre Anordnung ermöglichte einen rascheren Zugriff. Nun machten auch die Übungen wieder mehr Spaß, zumal wenn es um ganz ernste Dinge geht und jeder Handgriff sitzen, jedes Kommando im Nu begriffen und in die helfende, oft auch rettende Tat umgesetzt werden muß.

Dieses neue Gebäude wurde am 15. November 1969 vom Mannheimer Branddirektor Dr.-lng. Gert Magnus an die Wallstadter Wehr übergeben. Es hat sich seither gut bewährt und wurde schon mehrfach zum Aus­gangsort von Einsätzen für die Bewohner des Vorortes, deren Zahl sich nun im Jubiläumsjahr 1996 auf über 6000 Seelen erhöht hat und bis zur Jahrtausendwende nach der Besiedelung des ökologischen Neubauge­biets Wallstadt-Nord auf 8500 Einwohner ansteigen dürfte.

Freilich erwies sich das neue Feuerwehrgerätehaus nach Zuweisung weiterer Einsatzfahrzeuge schon bald wieder als zu klein. Viele Anläufe zu einer Erweiterung blieben über Jahrzehnte erfolglos. Dem einstigen Stadt­rat Willi Menz ist es zu verdanken, daß er während seiner Mandatszeit von 1989 bis 1994 die Aufmerksamkeit des Gemeinderats und der Stadtverwaltung auf den dringenden Bedarf u.a. mit dem Hinweis lenkte, daß eines der Einsatzfahrzeuge bei jeder Jahreszeit im Freien abgestellt sei und in den Wintermonaten nicht sofort eingesetzt werden könne. Inzwischen hat der Oberbürgermeister die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet und den Beginn der Baumaßnahmen noch im Jubiläumsjahr zugesichert.

Doch zurück ins Jahr 1965 und zum Ehrenabteilungsführer der Wall-stadter Freiwilligen Feuerwehr, zu Hauptbrandmeister Albert Krastel, des­sen Werdegang hier kurz geschildert sei. Als junger Mann trat er im März 1936 der Wallstadter Wehr bei, der er bis 1977 als Aktiver angehörte. Von 1938 bis 1943 nach Wehrmachtsausbildung und Fronteinsätzen wieder in den aktiven Feuerwehrdienst beordert, hat er oftmals unter Einsatz seines eigenen Lebens bei zahlreichen Feuerwehreinsätzen in Mannheim und umgebenden Orten mitgeholfen, anderer Menschen Hab und Gut zu retten.

Aufgrund seiner Erfahrung und Leistung wurde er 1955 zum stellvertreten­den Abteilungsführer der Abteilung Wallstadt gewählt. Im April 1966 übernahm er das Kommando über die damals 14 Mann zählende Wehr. Wegen seiner großen Erfahrung und guten Ausbildung wurde Albert Krastel von der Firma Standard Elektrik Lorenz AG, bei der er beschäftigt war, zum Leiter und Ausbilder der Betriebsfeuerwehr bestellt.

Er unternahm mit seinen Männern, mit denen er stets gute Kameradschaft pflegte, gerne Ausflüge und Mehrtagesreisen im In- und Ausland. Er war es auch, der auf einer solchen Fahrt mit der Freiwilligen Feuerwehr Hollersbach im Salzburger Land in Österreich freundschaftliche Bande knüpfte.

Ihr Jubiläum des 75jährigen Bestehens feierte die Freiwillige Feuerwehr Wallstadt am 29. und 30. Oktober 1971. Schon einige Tage zuvor, am 23. Oktober, zeigten die Männer um Wehrführer Albert Krastel bei ihrer Großübung, was sie gelernt hatten und wie ihr Leistungsstand beschaffen war. An dieser Übung nahmen auch die Abteilungen Feudenheim, Seckenheim, Innenstadt sowie das Rote Kreuz, Bereitschaft Wallstadt, mit viel Erfolg teil.

So wie die Totenehrung am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof zur treu erfüllten Pflicht eines jeden Feuerwehrmannes gehört, so gerne nimmt er anderstags auch an der Feierstunde teil. Sie lief damals im Gasthaus zum „Prinz Max" ab und mündete in einen Unterhaltungsabend mit Tanz.

Schirmherr bei diesem 75. Stiftungsfest war übrigens Willi Menz. Er war just zwei Monate zuvor zum Polizeipräsidenten der Stadt Mannheim ernannt worden, was ihm, dem gebürtigen Wallstadter und nun kraft Amtes auch für die Feuerwehren der Stadt zuständigen Dezernenten, doppelt Ehrensache war, als man ihm dieses schöne Amt antrug. Im seinem Grußwort zum Jubiläum der heimischen Wehr hat Willi Menz in der Festschrift von 1971 seiner Freude über diese „ehrenvolle Verpflich­tung" Ausdruck verliehen, die edle Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehren überall im Lande und auch in Wallstadt herausgestellt und ihren nicht hoch genug zu schätzenden Einsatz im Dienst der Allgemeinheit gewür­digt.

Am 19. Mai 1977 wurde ein Treffen der beiden Feuerwehren von Mannheim-Wallstadt und Hollersbach abgehalten. Abends fand eine sehr gut besuchte Kameradschaftsfeier auf der Sahne-Alm statt. Anläßlich dieser Feier wurde die Verbrüderung und Patenschaft zwischen unseren beiden Wehren geschlossen.

Daraus ist eine bis heute beständige und echte Partnerschaft geworden, die von beiden Seiten gehegt und gepflegt wird. Beim Jubiläum >100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wallstadt< sind die Kameraden der be­freundeten Wehr von Hollersbach im Juni 1996 unsere willkommenen Gäste. Sie werden in ihren schmucken Uniformen nicht zu übersehen und mit der Musik ihrer Kapelle nicht zu überhören sein.

Wegen seiner großen Verdienste um die Feuerwehr bekam Albert Krastel 1976 aus der Hand des damaligen Stadtrates Friedrich Ziegler sowie vom Deutschen Feuerwehrverband in Bonn jeweils das Ehrenkreuz in Gold verliehen. Die befreundete Wehr von Hollersbach bedachte ihn 1980 mit dem Ehrenkreuz der Salzburger Feuerwehr.

Im November 1986 wurde das Jubiläum des 90jährigen Bestehens im katholischen Gemeindezentrum mit einem Festakt, mit Ehrungen und Beförderungen durch Branddirektor Hanns Noss begangen. Die Wehren der umliegenden Gemeinden Heddesheim, llvesheim und natürlich auch des ganzen Stadtbezirks überbrachten ihre Gratulationen. Die Partner­schaftswehr aus Hollersbach überreichte als Gastgeschenk einen original echten und auch schmucken Feuerwehrhelm aus der Österreichischen Wehr. Die musikalischen Leckerbissen des Abends, der in einen ausge­dehnten Tanzabend mit toller Tombola mündete, übereichte die Musik-combo der Feudenheim-Schule unter Leitung von Joachim Nerz.

Hier sei auch noch auf den alljährlich stattfindenden „Tag der offenen Tür" hingewiesen, der zumeist im Monat Juni abgehalten wird. Der rege Zuspruch des immer aufgeschlossenen Publikums ist Ermutigung, auch weiterhin die Einrichtung und Ausrüstung vorzustellen und die Fragen der Besucher zu beantworten.

Das letzte Jahrzehnt vor dem runden Jubiläum war geprägt durch Übun­gen zur steten Bereitschaft der Wehr. Freilich gab es auch einige ernste Einsätze, von denen hier nur die folgenden erwähnt seien. Am 19. November 1981 ereignete sich in der Mosbacher Straße eine schwere Gasexplosion. Hier wie auch beim Großbrand in der Hafenstraße im Stadtteil Jungbusch am 28. November 1982 waren die Wallstadter Wehr­männer ebenso zu Hilfe geeilt wie beim Brand in der amerikanischen Kaserne Spinelli Barracks in Feudenheim am 7. November 1991.

Die Wallstadter Wehr, die heute eine Stärke von 28 Mann hat, fuhr im Mai 1987 erneut nach Hollersbach, um vom 28. bis 31. des Wonnemonats die Kameraden der Partnerwehr zu besuchen. Kommandant Roland Schorr, nunmehr der dritte Namensträger in dieser leitenden Position, hatte wieder wie früher schon alles gut organisiert. Mit vielen neuen Eindrücken kamen die Fahrtteilnehmer wieder nach Hause. Zu erwähnen ist auch der Besuch des Feuerwehrfestes von 1987 in Weinheim.

Für die Feuerwehrleute von Wallstadt nicht unwichtig ist das Jahr 1987 auch wegen des Einstiegs in die Elektronische Datenverarbeitung (EDV). Mit ihrer Anwendung lassen sich nun viele amtliche schriftliche Vorgänge leichter und rascher erledigen.

Unvergeßlich für die Teilnehmer auch der Empfang, der den Wallstadter Wehrmännern 1988 in Hollersbach zuteil wurde, als sie dort zum Jubiläum des 90jährigen Bestehens der befreundeten Feuerwehr einrückten. Bür­germeister Kaserer und Kommandant Steiner begrüßten die Kurpfälzer mit viel Herzlichkeit.

Wie wichtig, auch noch aus heutiger Sicht, die im Jahre 1990 unternom­mene Studienfahrt nach Frankfurt am Main mit Besuch des Flughafens war, stellte sich schnell heraus. Die Kameraden Engelhardt und Bohrmann hatten die Fahrt gut vorbereitet und auch viel Wert auf eine Begegnung mit der Flughafenfeuerwehr arrangiert. Es gab viel zu fragen und noch mehr zu besichtigen und über das moderne Gerät zu staunen.

Es ist eine gute Übung, daß bewährte Leute in ihren jeweiligen Ämtern bestätigt und so mit noch mehr Vertrauen zu neuen Leistungen ange­spornt werden. Dies durfte am 25. März 1991 bei der Jahreshauptver­sammlung die gesamte Führung erfahren. Die geheime Wahl ging zügig über die Bühne, wofür sich Roland Schorr, der alte und neue Komman­dant, besonders bedankte. Auf ihren Posten bestätigt wurden damals auch der stellvertretende Kommandant Dieter Bohrmann, Kassier Karl Müller und auch Schriftführer Bernhard Kohl. Der Feuerwehrausschuß setzt sich zusammen aus Andreas Engelhardt, Karl Müller, Bruno Reisigel, Dieter Bohrmann und Stefan Klaws. Brandoberrat Nagel von der Berufsfeuer­wehr nahm dann die fälligen Beförderungen vor. Zum Oberfeuerwehr­mann ernannt wurde Michael Hautmann. Und für zwölfjährige Zugehörig­keit zu Wehr erfuhr Thomas Müller eine Ehrung.

Die Überreichung der Urkunden zur Bestellung des Kommandanten Ro­land Schorr und des stellvertretenden Kommandanten Dieter Bohrmann erfolgte jedoch erst 1992. Diesen feierlichen Akt nahm Klaus Walter, Referent für die Freiwillige Feuerwehr im Amt Feuerwehr und Katastro­phenschutz, vor. Er dankte auch dem seitherigen stellvertretenden Kom­mandanten Michael Geis für sein langjähriges Engagement.

Auch die Jugendfeuerwehr, im Jahre 1989/90 gegründet und heute 21 Jugendliche stark, fuhr 1993 nach Hollersbach, in ein Feriencamp. Der Berghof „Sepp" stellte seine Scheune zur Verfügung. Was Wunder, daß diesem Camp ein voller Erfolg beschieden war. Ihren gewichtigen Anteil am Erfolg hatten aber auch die Jugendbetreuer Michael Hautmann, Andreas Engelhardt, Heiko Sohn, Tobias Engelhardt sowie Stefan Klaws.

Bei der Jahreshauptversammlung 1994 machte Dieter Bohrmann, der stellvertretende Kommandant, seine Ankündigung vom Vorjahr wahr und trat von seinem Amt zurück. Darauf wurde Andreas Engelhardt zum Nachfolger gewählt. Sodann war noch für den Stadtausschuß zu wählen. Während hier Bruno Reisigel in seinem Amt bestätigt wurde, fand als zweites Mitglied Kommandant Roland Schorr Aufnahme. Als Nachrücker wurde Andreas Engelhardt gewählt. Leitender Branddirektor Hanns Noss beförderte zwei Kameraden: Roland Lob zum Oberlöschmeister und Bruno Reisigel zum Oberbrandmeister.

Zweimal mußten Kommandant Roland Schorr und Karl Müller mit dem Trauerflor am Revers zu unserer Partnerwehr nach Hollersbach reisen. Am 27. Dezember 1989 war dort Ehrenkommandant Hans Steiner gestor­ben, dem sie die letzte Ehre erwiesen. Sodann wurde knapp drei Jahre später Kommandant Karl Steiner, der Sohn des ersteren, der am 28. Oktober 1993 abberufen worden war, zur letzten Ruhe gebettet. Karl Steiner war es gewesen, der mit Albert Krastel und Roland Schorr Motor der Partnerschaft gewesen war und mit ihnen für viele gemeinsame Unternehmungen hier und dort die Verantwortung getragen hatte.

Hier endet die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Wallstadt, deren Ge­schichte und wirkungsvolles Dasein seit nunmehr einem Jahrhundert begründeten Anlaß zum gedeihlichen Fortbestehen der Wehr auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten gibt. Es sei daher zum Abschluß das bedenkenswerte Wort des damaligen Wehrführers Albert Krastel in Erin­nerung gerufen, das er zum Jubiläum des 75jährigen Bestehens schon 1971 seinen Männern und der Bevölkerung von Wallstadt ans Herz legte.

Albert Krastel schrieb damals:

„Dem Bürger soll in der Rückschau auf die vorangegangene Ent­wicklung das Bewußtsein wachgerufen werden, daß er selbst der beste Schützer des Gemeinwesens ist und daß jede Dienstleistung, die er in der Freiwilligen Feuerwehr tut, dem Gemeinwesen und ihm selbst zugute kommt.

Die Abteilung Wallstadt hat sich in all den Jahren wiederholt gut bewährt und dazu beigetragen, Schaden abzuwehren. Allen Bürgern der Wallstadter Freiwilligen Feuerwehr, die es sich zur Pflicht mach­ten, mitzuhelfen, sei hier bester Dank gesagt.

Für die noch vor uns liegenden Jahre wünschen wir uns denselben Geist, wie er in den vergangenen Zeiten bewiesen wurde, nämlich Hilfsbereitschaft und Hingebung an die freiwillig übernommene Pflicht. Dann kann die Bevölkerung von Wallstadt, genau wie die der anderen Teile der Stadt Mannheim, mit Vertrauen und Zuversicht auf ihre Freiwillige Feuerwehr blicken.

 

Dank allen Feuerwehrkameraden für ihre Hilfsbereitschaft und Treue. Dank und Ehre allen verstorbenen und gefallenen Kameraden, die in idealer uneigennütziger Weise tätig waren, der Wallstadter Freiwilli­gen Feuerwehr ein stabiles Rückgrat zu geben".

Abschließend richtet Albert Krastel noch seinen Appell an die Jugend von Wallstadt, sie möge den Weg zur Freiwilligen Feuerwehr finden, um ihre Tradition zum Wohl des Bürgers weiterzupflegen.

 

 

Die Chronik

der 1896 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Wallstadt verfaßte Hans Weckesser, Redakteur des „Mannheimer Morgen", der seit dem 18. Juni 1980 in Wallstadt wohnt und mit dieser Darstellung allen Wallstadter Wehrmännern seine Hochachtung vor ihrer freiwillig erbrachten Leistung durch ein Jahrhundert hindurch zum Ausdruck bringt

 

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