Feuerwehrhaus

Wallstadt: Freiwillige Feuerwehr will bauliche Missstände im Domizil am Mudauer Ring 5 beseitigen

Feuerwehrhaus soll erweitert werden

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Jansch

 

Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr nutzte Abteilungskommandant Heiko Sohn die Anwesenheit von Stadträten und Bezirksbeiräten, um auf einige eklatante Missstände hinzuweisen. Das Feuerwehrhaus am Mudauer Ring 5 müsse dringend erweitert werden, forderte er. Den Blauröcken schwebt eine Aufstockung des Flachdaches durch ein Spitzdach vor, das entsprechend ausgebaut werden könnte. Doch um zunächst die Machbarkeit prüfen und ein entsprechendes Raumkonzept erstellen zu lassen, fehlt das Geld.

Die Stadträte Roland Weiß (SPD) und Wolfgang Raufelder (Bündnis 90/Die Grünen) sowie die beiden Bezirksbeiratssprecher Dr. Claudia Schöning-Kalender (SPD) und Rüdiger Löb (CDU) werden die Ohren gespitzt haben, als Heiko Sohn von den Missständen im Wallstadter Feuerwehrhaus berichtete. So seien die sanitären und hygienischen Zustände bereits seit längerem unzumutbar. Frauen seien praktisch nicht vorgesehen. Die Kameradinnen ziehen sich in der ehemaligen Dusche um, zu der sie allerdings nur durch die Männertoilette gelangen. Die Wehrmänner können sich nur in der Fahrzeughalle umziehen.

Gerätehaus


Durch die fehlende Abgasabzugsanlage gelangen zudem krebserregende Rußpartikel in hoher Dosierung in die private Kleidung der Kameraden, die in den Spinten in der Halle hängt. Neueste Studien hätten belegt, so Sohn, dass Dieselrußpartikel in geschlossenen Räumen besonders schädlich seien. Die Räumlichkeiten seien insgesamt sehr beengt, klagte Sohn. Nicht alle Kameraden könnten gleichzeitig im Lehrraum ausgebildet werden. Eine geregelte Jugendarbeit sei unter diesen Umständen auf Dauer nicht mehr zu gewährleisten. Bei einer Aufstockung würde die Wehr auf jeden Fall dem Stadtteil Wallstadt erhalten bleiben, hofft Sohn.

In seinem Bericht verwies er auf die vielen ehrenamtlichen Stunden, welche die Wehrmänner und -frauen in ihrer Freizeit 2008 geleistet hatten. In 9775 Stunden übte man für den Ernstfall. Im gesamten Stadtgebiet sei man zu zehn Hilfeleistungen und Brandeinsätzen unterwegs gewesen, um Mannheimer Bürgern in Not zu helfen. Auch die Sicherheitswachdienste und die Lehrgänge sowie Verwaltung und Wartung der Technik nehmen viel Platz in der Freizeit der Feuerwehrleute ein.

Dieser Einsatz wird auch gewürdigt. Dr. Claudia Schöning-Kalender bedankte sich beim Abteilungsjugendfeuerwehrwart Philipp Jakobi für die geleistete Jugendarbeit. Rüdiger Löb begrüßte das Erweiterungsvorhaben, und auch Wolfgang Raufelder hofft, dass die Freiwilligen Helfer in der Not weiter gedeihen können. Der stellvertretende Branddirektor Karlheinz Gremm bedankte sich für die wichtige "Zuarbeit" durch die Freiwilligen Feuerwehren, ohne die es keinen effektiven Brandschutz in Mannheim gäbe.

Gremm nahm auch gerne die Aufgabe war, vier Wallstadter Kameraden zu befördern. Zum Löschmeister wurden Florian Lienhard und Patrick Lenz befördert, Oberlöschmeister dürfen sich jetzt Philipp Jakobi und Patrick Herschmann nennen. Fünf junge Kameraden aus Wallstadt haben im Jahr 2008 den Grundlehrgang bestanden. Des Weiteren wurden zwei Feuerwehrleute erfolgreich zu Gruppenführern weitergebildet.

Von links nach rechts: Branddirektor Karlheinz Gremm, Florian Lienhard, Philipp Jakobi, Patrick Lenz, Abteilungskommandant Heiko Sohn

Von links nach rechts: Stellv. Branddirektor Karlheinz Gremm, Löschmeister Florian Lienhard, Oberlöschmeister Philipp Jakobi, Löschmeister Patrick Lenz, Abteilungskommandant Heiko Sohn

 

Gremm ging abschließend auf die Herausforderung der nächsten Monate ein. Nach 57 Jahren findet die vfdb-Tagung für Brandschutz nach wieder in Mannheim statt. Größere bauliche Veränderungen betreffen die Feuerwache Nord sowie das Feuerwehrhaus Feudenheim. In Friedrichsfeld entsteht ein Neubau.

Mannheimer Morgen
17. April 2009

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